Wie
jedes Jahr verbrachten Mitglieder der Fischerrunde einige Wochenenden
in Nove Hrady in Tschechien zum Fischen. Nachdem am letzten Augustwochenende
das Wasser noch viel zu warm war, sind die Fangergebnisse nicht zufrieden
stellend ausgefallen. Also machten wir uns (Aigner Roland, Grüll
Josef sen. und jun. und ich) am 23. Oktober wieder auf den Weg nach Nove
Hrady. Dieses Wochenende sollte ereignisreicher werden. Das erste Petri
Heil hatte nach kurzer Zeit ich mit zwei Hechten mit gut 70 Zentimetern.
Dann kam die große Zeit von Aigner Roland. Er fing drei Hechte mit
ausgelegten Köderfischen und zwei mit einem Blinker. Daraufhin wurde
er von Pepi nur mehr mit "Hecht Roland" angeredet. Da aber Pepi
seinerseits schon zwei Zander gefangen hatte, war er ab sofort der "Zander
Pepi". Abends gab es natürlich wieder ein gemütliches Zusammensitzen
rund um ein Lagerfeuer. Da in der letzten Nacht dummerweise die Getränke
zur Neige gingen, legten wir uns früher als gewohnt schlafen.
Nach
einem Kontrollgang um ca. 5 Uhr früh die große Aufregung. Ein
Styropor von einer Rute von Pepi war "abgefahren". Nach starkem
Drill konnte er ein Prachtstück von einem Zander landen. Sofort wurde
dieser gemessen: Beachtliche 81 Zentimeter zeigte der Rollmeter. Stolz
und glücklich begab sich "Zander Pepi" wieder zur Ruhe,
nachdem er das Prachtexemplar von einem Zander in seinen Setzkescher befördert
hatte. Am nächsten Tag wollte Zander Pepi seinen Fang den andern
präsentieren, den Zander wiegen und fotografieren. Vorsichtig hob
er den Setzkescher aus dem Wasser. Plötzlich ein entsetzter Gesichtsausdruck,
dann ein Schrei der Verzweiflung. Er hatte einen leeren Kescher in der
Hand, der untere abnehmbare Teil, fehlte. Man kann sich seine Enttäuschung
vorstellen. Auf dem rechten Bild sehen wir "Zander Pepi" ein
Jahr zuvor.
So einen Zander mit 81 cm und ca. 6 kg fängt man
nicht alle Tage. Vermutlich war der Splint nicht richtig befestig und
löste sich. Pepi konnte kaum getröstet werden und wir fuhren
anschließend gleich nach Hause. "Diesen Zander fange ich wieder!",
versprach Zander Pepi, als er dieses Missgeschick so halbwegs verdaut
hatte. Wir wünschen ihm dazu viel Glück und das nötige
Petri Heil.